Lungenkrebs
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Lungen­krebs - ein Überblick

Die Lunge ist unser leistungsstärkstes Organ. Wir erklären, was sie alles täglich leistet und wie Lungenkrebs entsteht.

Die Lunge

Die Lunge ist unser Atmungsorgan und gleichzeitig unser leistungsstärkstes Organ. Sie ist für den lebenswichtigen Gasaustausch zwischen Körper und Aussenwelt verantwortlich und sorgt dafür, dass Sauerstoff über unsere Atmung ins Blut und damit in alle Körperzellen gelangt. Die Lunge besteht aus einem rechten und linken Lungenflügel. Der linke Flügel ist in zwei, der rechte in drei Lungenlappen unterteilt, wobei Blut- und Lymphgefässe die Lunge durchziehen. Wenn wir einatmen, strömt Luft durch die Nase bzw. den Mund in die Luftröhre und in die beiden Hauptbronchien. Diese verzweigen sich wie ein Baum in immer kleinere und feinere Äste. Am Ende der kleinsten Äste – der Bronchiolen – befinden sich ca. 300 Millionen Lungenbläschen. Genau dort findet der Gasaustausch statt: Sauerstoff wird ins Blut aufgenommen, Kohlendioxid wird aus dem Blut abgegeben und über die Lunge wieder ausgeatmet.

Tumorentstehung in der Lunge

Lungenkrebs entsteht wie alle Krebsformen dadurch, dass Zellen über die gesunde Zellteilung hinaus unkontrolliert wachsen, sprich entarten. Bei der Lungenkrebserkrankung handelt es sich um die Zellen des Lungengewebes. Die entarteten Zellen vermehren sich, dringen in gesundes Gewebe ein und zerstören dieses. In der Lunge wird ein solcher Tumor als Bronchialkarzinom bezeichnet.  Die einzelnen Krebszellen können über die Blut- und Lymphgefässe in andere Organe wandern und dort Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden.

 

Formen von Lungenkrebs

Mehr als die Hälfte aller Lungenkrebstumore entwickeln sich in den oberen Teilen der Lungenflügel, vor allem in den Bronchien. Lungenkrebs kann jedoch in allen Lungenbereichen auftreten. Ärzte unterscheiden eine kleinzellige und eine nicht kleinzellige Form von Lungenkrebs. Kleinzellige Bronchialkarzinome wachsen rasch und bilden häufig Metastasen.

Die Krankheit lässt sich in vier Stadien unterteilen, die vom Frühstadium bis zum Lungenkrebs-Endstadium gehen. Mediziner verwenden zur exakten Beschreibung meist die sogenannte TNM-Klassifikation. „T“ steht für die Grösse des Tumors, „N“ für den möglichen Befall von Lymphknoten und „M“ für das mögliche Vorhandensein von Metastasen.

 

Fortschritt in der Behandlung

In den letzten Jahren wurde in der medikamentösen Behandlung von fortgeschrittenen Lungentumoren sehr viel erreicht. Dank personalisierten Therapien (Immuntherapie und gezielte Therapie) liegt die durchschnittliche Überlebenszeit heute deutlich höher als früher und das bei besserer Lebensqualität. Auch wenn der Weg bis zur Heilung von fortgeschrittenem Lungenkrebs noch weit ist, sind diese Fortschritte für betroffene Patienten erfreulich.

Autorin: Catherina Bernaschina