Brustkrebs
Wissen

Diagnose Meta­stasierter Brustkrebs

Brustkrebs (Mammakarzinom) ist die häufigste Krebsart bei Frauen: Etwa 6200 Frauen und 50 Männer erkranken in der Schweiz pro Jahr daran. Wenn Brustkrebs in einem fortgeschrittenen Stadium vorliegt, spricht man von metastasiertem Brustkrebs. Die IBCSG gibt Auskunft, wie Metastasen entstehen, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wie die Prognosen sind.

Mammakarzinom

Brustkrebs, in der Medizin auch als Mammakarzinom bezeichnet, ist eine bösartige, von der Brust ausgehende, Tumorerkrankung. Genau genommen handelt sich dabei um eine Ge­schwulst, die aus unkontrolliert wachsenden, körpereigenen Zellen entstanden ist. Charakteristisch für bösartige Tumore ist, dass sie das umgebende Gewebe durchdringen und dort die örtlichen Strukturen zerstören. Brustkrebs an sich ist nicht erblich, allenfalls die Veranlagung. Das heisst, dass Brustkrebsfälle familiär gehäuft vorkommen bzw. dass mehrere Frauen und Männer in der Familie davon betroffensein können.

Die IBCSG ist eine der weltweit führenden Gruppen in der Brustkrebsforschung. Sie leistet Pionierarbeit in der Forschung in den Bereichen kombinierte Hormon- und Chemotherapie, Zeitpunkt und Dauer von adjuvanten Therapien und Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen.

IBCSG - International Breast Cancer Study Group

Metastasierter Brustkrebs und Diagnose

Bei Brustkrebs wird zwischen verschiedenen Stadien unterschieden. Der Tumor, der sich anfangs im Brustgewebe bildet und lokal begrenzt ist, wird als Primärtumor bezeichnet. Lokale Krebszellen können sich jedoch aus dem Primärtumor lösen und über das Blut- oder Lymphsystem in die Knochen oder in andere Organe wie Lungen, Leber oder Hirn wandern bzw. metastasieren und sich dort vermehren. In diesem Fall spricht man von metastasiertem Brustkrebs.

Ein Anzeichen für einen Rückfall des Brustkrebses kann ein neuer Knoten in der Brust sein, den die Frau zufällig an sich entdeckt. Bei anderen Frauen werden Metastasen bei einer ärztlichen Untersuchung durch Abtasten oder Ultraschall oder auch anhand weiterer Untersuchungs­verfahren wie Computertomografie, Röntgenaufnahmen von anderen Organen oder durch eine Biopsie festgestellt.

Metastasen bilden sich selten bereits bei der Ersterkrankung: Die Primärerkrankung erfolgt oft ohne Metastasen. Die meisten Frauen haben einen Tumor in der Brust und manchmal in den Lymphknoten der Achselhöhlen. Nur bei etwa zehn Prozent der betroffenen Frauen sind bereits bei der Ersterkrankung Metastasen in anderen Organen vorhanden. Je nach Biologie und Aggressivität des Tumors kann es zu Rückfällen mit Metastasen kommen.

 

Heilungschancen, Prävention und Therapiemöglichkeiten bei Brustkrebs

Brustkrebs im Anfangsstadium hat relativ gute Heilungschancen. Metastasierter Brustkrebs hingegen ist nicht heilbar. Je nach Verlauf und mit der richtigen Behandlung lässt sich die Krankheit aber stabil halten und damit die Lebenserwartung der Patientinnen erhöhen – und dies bei guter Lebensqualität. In der Schweiz werden alle Frauen ab 50 Jahren alle zwei Jahre zu einer Mammografie eingeladen. Frauen mit erhöhtem Risiko sollten jedoch schon früher regelmässig ein Mammografie-Screening durchführen.

Welche Behandlung bei metastasiertem Brustkrebs in Frage kommt, hängt von der Biologie, sprich der Art des Brustkrebses ab. In der Pathologie gibt es verschiedene Parameter, um die Tumorart zu bestim­men. In zwei Drittel der Fälle ist der Brustkrebs hormonempfindlich und kann mit einer Antihormontherapie behandelt werden. In anderen Fällen kommt die Che­motherapie oder andere, gezielte Therapien in Frage. Dank der vielen Therapiemöglichkeiten sind die Aussichten bei metastasiertem Brustkrebs heute viel besser als früher.

Brustkrebsmedizin heute

Die Immuntherapie hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Der Brustkrebs ist im Gegensatz zum Melanom nicht klar immunogen. Es gibt jedoch Subtypen von Brustkrebs, die gut auf die Immuntherapie ansprechen. Bei der Antikörper- und Antihormontherapie hat man heute mehr Möglichkeiten als früher. Die Basis der Chemotherapie ist zwar gleich geblieben, sie ist aber verträglicher geworden. Zudem sind die supportiven Therapien und die operativen Eingriffe besser geworden. Dass einer Patientin eine ganze Brust abgenommen wird, kommt nur noch selten vor, da heutzutage brusterhaltend operiert werden kann.

 

Mehr: www.ibcsg.org

Autorin: Catherina Bernaschina