
Prostatakrebs – diese Begriffe solltest du kennen
Damit eine korrekte Prognose abgegeben und die richtige Behandlung ausgewählt werden kann, muss der Tumor klassifiziert werden. Denn die verschiedenen Tumoren zeigen ein höchst unterschiedliches Verhalten im Wachstum und der Ausbreitung. Die folgenden drei Werte sind bei Prostatakrebs ausschlaggebend.
PSA Wert:
Das Prostata-spezifische Antigen (PSA) ist ein Eiweiss, welches ausschliesslich in der Prostata gebildet wird und auch beim gesunden Mann vorkommt. Krebszellen bilden erheblich mehr PSA als normale Prostatazellen (bis zu 10mal mehr). Deswegen kann ein erhöhter PSA-Spiegel im Blut auf ein Prostatakarzinom hindeuten. Zwar schliesst ein niedriger PSA-Wert Prostatakrebs nicht aus und ein hoher PSA-Spiegel beweist auch nicht das Vorhandensein eines Karzinoms. Jedoch steigt mit der Höhe des PSA-Werts das Risiko eines Prostatakrebses. Ein rascher Anstieg des Gesamt-PSA erhärtet den Verdacht auf ein Prostatakarzinom. Der PSA-Wert wird zur Diagnose vom Prostatakarzinom genutzt. Die Höhe des PSA-Wertes bei Diagnose eines Prostatakarzinoms ist für die Risikoeinschätzung und damit für die Behandlungsmethoden wichtig.
Gleason Score:
Mit dem Gleason Score (GS) wird die Aggressivität des Prostatakarzinoms definiert. Damit ist die Tendenz des Krebsgewebes gemeint, sich weiter im Körper auszubreiten. Bei einer Biopsie werden Gewebeproben entnommen und unter dem Mikroskop beurteilt.
Es werden fünf verschiedene Wachstumsmuster unterschieden. Diese beschreiben die Abweichung des Tumorgewebes vom gesunden Gewebe. 1 steht für eine geringe Abweichung, also für Gewebe, welches dem Aufbau und Muster von gesundem Gewebe am ähnlichsten ist. 5 ist die stärkste Abweichung und beschreibt die Tumoren, deren Wachstumsmuster fast jede Ähnlichkeit mit normalem Prostatagewebe verloren haben.
Jeder Prostatakrebsprobe werden zwei Wachstumsmuster zugeteilt und die Einzelwerte zusammengezählt. Daraus ergibt sich der Gleason Score von
- mindestens 6 (3 plus 3)
- maximal 10 (5 plus 5)
Für die Diagnostik des Gleason-Scores wird dieser in Stufen eingeteilt. Es werden 5 sogenannte ISUP Gruppen unterschieden:
- ISUP Gruppe 1 – Gleason-Score 6
- ISUP Gruppe 2 – Gleason-Score 7a (3+4)
- ISUP Gruppe 3 – Gleason-Score 7b (4+3)
- ISUP Gruppe 4 – Gleason-Score 8
- ISUP Gruppe 5 – Gleason-Score 9 und 10
Die Einteilung in eine niedrige ISUP Gruppe bedeutet, der Tumor ist wenig aggressiv, mit zunehmender ISUP Gruppe steigt die Aggressivität.

TNM-Klassifikation
Die Ausbreitung eines Prostatakarzinoms lässt sich mit dem TNM-System erfassen: T steht für den Primärtumor und dessen Ausdehnung, N für Lymphknoten in der Umgebung und M für Fernmetastasen.
Bei der Tumorausdehnung werden Prostatakarzinome eingeteilt in T1 und T2 (Tumor begrenz auf Prostatadrüse), T3 (Tumor wächst über Prostatakapsel hinaus oder in die Samenblasen) und T4 (Tumorausbreitung in Nachbarstrukturen). Mit Buchstaben werden die einzelnen Stadien weiter spezifiziert.
Bei den Lymphknoten wird zwischen N0 (keine Metastasen in regionalen Lymphknoten) und N1 (Metastasen in regionalen Lymphknoten) unterschieden.
Bei den Metastasen wird in M0 (keine Fernmetastasen) und M1(Fernmetastasen vorhanden) eingeteilt.
Einteilung in Risikogruppen beim lokalisierten Prostatakrebs
Bei einem lokalisierten Prostatakrebs werden folgende Risikogruppen unterschieden:

Datum: 28.10.2022