Vererbung von Krebs in der Familie: Grosseltern mit Enkelkind Header
Für alle
Wissen

Erbliche Veranlagung bei Krebs: Sprecht in der Familie darüber!

Eine Krebserkrankung kann viele Ursachen haben. Die meisten Krebsarten werden spontan, durch natürliche Alterung, Schadstoffe oder Viren ausgelöst. Bei fünf bis zehn Prozent aller Krebsbetroffenen wird die Entstehung von Krebs jedoch durch eine angeborene Mutation begünstigt - eine sogenannt erbliche Veranlagung. 

Häufig betroffene Krebsarten 

Betroffene mit einer erblichen Veranlagung können diese an ihre Kinder weitervererben, wobei keine Generation übersprungen wird. Das bedeutet, dass wenn ein Kind die Veranlagung nicht geerbt hat, auch dessen Kinder nicht davon betroffen sind.

Einige Krebsarten sind häufiger erblich bedingt als andere. Anzahl Betroffene mit einer erblichen Veranlagung bei:  

  • Eierstockkrebs: 20%
  • Prostatakrebs: 10%
  • Brustkrebs: 5–10%
  • Schwarzer Hautkrebs: 5 – 10%
  • Dickdarm- oder Enddarmkrebs: 5%

Bei fünf bis zehn Prozent aller Krebsbetroffenen wird die Entstehung von Krebs durch eine angeborene Mutation begünstigt - eine sogenannt erbliche Veranlagung. 

Hinweise auf erbliche Veranlagung

Tritt Krebs in einer Familie häufig auf, machen sich Betroffene und Angehörige oft Sorgen. Einerseits fragen sich die Angehörigen, ob sie selbst gefährdet sind. Andererseits befürchten Betroffene, dass für ihre Kinder ein höheres Erkrankungsrisiko vorliegt. In den meisten Fällen sind diese Sorgen unbegründet. Die grosse Mehrheit der Angehörigen hat kein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Es gibt jedoch ernstzunehmende Hinweise auf eine erbliche Veranlagung:

  • Eine Krebsart tritt in der Familie wiederholt auf.
  • Mehrere Generationen hintereinander sind von Krebs betroffen.
  • Die Betroffenen sind jung (50 Jahre oder jünger).
  • Seltene Krebsarten bei Männern.
  • Eine Person ist von mehreren Krebserkrankungen gleichzeitig oder hintereinander betroffen.

Sprecht in der Familie darüber!

Um die Hinweise auf eine erbliche Veranlagung zu erkennen, ist es wichtig, die Erkrankungsgeschichte der eigenen Familie zu kennen. Da Krebs häufig noch ein Tabu ist, fällt es vielen schwer, darüber zu sprechen. Oft liegt eine Krebserkrankung schon weit zurück und man will die alten Wunden nicht wieder aufreissen. Oder die Kinder waren zu klein, um die Erkrankung zu begreifen und erinnern sich als Erwachsene nicht daran.

Wer die Erkrankungen in seiner Familie kennt, kann das eigene Risiko besser einschätzen und macht damit einen wichtigen Schritt in der Früherkennung von Krebs. Ein Familienstammbaum kann dabei helfen, Gespräche mit Verwandten zu führen und die Erkrankungsgeschichte der eigenen Familie zu rekonstruieren.

Wer die Erkrankungen in seiner Familie kennt, kann das eigene Risiko besser einschätzen und macht damit einen wichtigen Schritt in der Früherkennung von Krebs.

Nächste Schritte bei Hinweisen

Sind Hinweise auf eine erbliche Veranlagung vorhanden, sollte das Gespräch mit der Hausärztin, dem Gynäkologen oder der Onkologin gesucht werden. Gemeinsam wird dann besprochen, welche Schritte zu unternehmen sind:  

  • Genetische Beratung:  Mit einer Fachperson wird abgeklärt, ob eine erbliche Veranlagung basierend auf der persönlichen Geschichte vorliegen könnte. Die Fachperson informiert über Ablauf und Kosten eines Gentests sowie über die Auswirkungen der Testresultate.
  • Gentest: Der Gentest untersucht, ob jemand Träger einer Genmutation für eine bestimmte Krebsart ist. Der Gentest kann nur nach einer genetischen Beratung gemacht werden. Die Resultate des Gentests werden mit der zuständigen Ärztin besprochen. Danach werden entsprechende Massnahmen definiert. Detaillierte Angaben dazu finden sich in der Broschüre der Krebsliga «Erblich bedingter Krebs».

Ob jemand an Krebs erkrankt oder nicht kann weder sicher definiert noch sicher ausgeschlossen werden, auch nicht mit Gentest. Trotzdem ist es wichtig, mit den Ärzten die weiteren Schritte zu planen und die Resultate in der Familie zu besprechen. So können Angehörige ihr Risiko besser einschätzen und gut überlegte Entscheidungen treffen.

Vererbung von Krebs in der Familie: Grosseltern mit Enkelkind