Früherkennung bei Krebs
Wissen

Früh­erkennung von Krebs

Je früher Krebs erkannt wird, desto besser lässt er sich behandeln und in manchen Fällen sogar heilen. Eine frühe Diagnose kann auch helfen, die Lebensqualität zu erhalten und belastende Therapien zu vermeiden.

Hier findest du alle wichtigen Informationen, um eine informierte Entscheidung zu treffen: Für wen Früherkennung sinnvoll ist, welche Untersuchungen es gibt und wie du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt den passenden Weg findest.

 

Untersuchungen zur Früherkennung in der Schweiz

Swipe für verschiedene Krebsarten ➡️

Darmkrebs

Darmkrebs entwickelt sich meist langsam über Krebsvorstufen. Werden diese erkannt und entfernt, kann die Entstehung von Darmkrebs verhindert werden. Früherkannter Darmkrebs ist zudem in den meisten Fällen heilbar.

Empfehlung:
Frauen und Männer ab 50 Jahren wird die Darmkrebs-Früherkennung empfohlen, entweder alle zwei Jahre mit einem Blut-im-Stuhl-Test oder alle zehn Jahre mit einer Darmspiegelung.

Das kannst du jetzt tun:
Melde dich direkt für die Darmkrebs-Früherkennung an oder sprich mit deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt über die beste Methode für dich. Auch in Kantonen ohne Programm raten Fachpersonen ab 50 zur Früherkennung. 

Brustkrebs

Wird Brustkrebs früh erkannt, sind die Behandlungsmöglichkeiten meist sehr gut. Mithilfe der Mammografie können Fachpersonen Veränderungen in der Brust feststellen, bevor sie tastbar sind.

Empfehlung:
Frauen ab 50 Jahren wird empfohlen, alle zwei Jahre eine Mammografie durchführen zu lassen.

Das kannst du jetzt tun:
Sprich mit deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt über eine Mammografie oder schau nach, ob es in deinem Kanton ein Brustkrebs-Früherkennungsprogramm gibt.

Lungenkrebs

Wird Lungenkrebs früh erkannt, verbessert das die Heilungschancen deutlich. Besonders Menschen mit einem hohen Rauchkonsum haben ein erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

Empfehlung:
Menschen zwischen 50 und 80 Jahren, die über viele Jahre geraucht haben (mehr als 20 Packungsjahre, zum Beispiel ein Päckchen pro Tag während 20 Jahren) und in den letzten 15 Jahren nicht aufgehört haben, sollten mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über eine Früherkennung sprechen.

Das kannst du jetzt tun:
Prüfe mit dem Online-Lungen-Check, ob du zur Risikogruppe gehörst, und bespreche danach mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob eine Früherkennungsuntersuchung sinnvoll ist.

Aktuell gibt es in der Schweiz kein Programm zur Früherkennung von Lungenkrebs.

Genetisches Risiko 

Manche Krebsarten entstehen durch eine vererbte Genveränderung oder stehen in Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung. Wenn in deiner Familie mehrere Personen an Krebs erkrankt sind, besonders in jungen Jahren oder an derselben Krebsart, kann es sinnvoll sein, dies abklären zu lassen.

In einer genetischen Beratung erfährst du, ob für dich ein Test empfohlen wird, was ein solcher Test bedeutet und welche Schritte danach möglich sind. So kannst du gut informiert entscheiden, ob und welche Untersuchungen für dich sinnvoll sind.

Das kannst du jetzt tun:
Informiere dich zur genetischen Beratung und buche gegebenenfalls ein Beratungsgespräch.

Gebärmutterhalskrebs

Gebärmutterhalskrebs kann schon junge Frauen betreffen, daher ist eine frühzeitige Kontrolle besonders wichtig. Dabei können bereits Krebsvorstufen erkannt und behandelt werden. 

Empfehlung:
Frauen ab 21 Jahren wird ein Krebsabstrich (Pap-Test) alle drei Jahre empfohlen.

Das kannst du jetzt tun:
Vereinbare einen Termin bei deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen für den Krebsabstrich (Pap-Test) und kläre, wie häufig du kontrolliert werden solltest.

Aktuell gibt es in der Schweiz kein Programm zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.

Hautkrebs

Das Melanom ist eine aggressive Form von Hautkrebs. Es kann aus vorhandenen Pigmentmalen entstehen oder neu auftreten und an jeder Körperstelle wachsen. Darum ist es wichtig, die Haut aufmerksam zu beobachten.

Empfehlung:

  • Untersuche deine Haut regelmässig auf Veränderungen.
  • Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, ob eine regelmässige Kontrolle durch eine Fachperson für dich sinnvoll ist.

Das kannst du jetzt tun: 
Untersuche deine Haut gründlich und achte auf neue oder sich verändernde Pigmentmale. Vereinbare bei Unsicherheiten oder auffälligen Stellen einen Termin bei deiner Hautärztin oder deinem Hautarzt.

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Prostatakrebs 

Wird Prostatakrebs früh erkannt, sind die Heilungschancen meist sehr gut. Eine systematische Früherkennung wird in der Schweiz allerdings nicht allgemein empfohlen. 

Empfehlung:
Männer ab 50 Jahren (bzw. ab 40 bei familiärer Vorbelastung) können alle ein bis zwei Jahre den PSA-Wert im Blut bestimmen lassen. Wichtig ist, die Vor- und Nachteile einer Früherkennung mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen.

Das kannst du jetzt tun:
Sprich mit deinem Urologen oder deiner Hausärztin über den PSA-Test und ob eine Früherkennung für dich sinnvoll ist.

Aktuell gibt es in der Schweiz kein Programm zur Früherkennung von Prostatakrebs und die Untersuchung wird nicht von der Grundversicherung bezahlt.

Podcast-Folge Früherkennung

Mehr zum Thema Früherkennung erfährst du in unserer Podcast-Folge. Gemeinsam mit Dr. Julia Schwarz, Spezialistin Früherkennung bei der Krebsliga Schweiz, Dr. Alexander Siebenhüner, Facharzt für Medizinische Onkologie an der Klinik Hirslanden Zürich und zwei Betroffenen beleuchten wir alle wichtigen Aspekte der Früherkennung und ihre Bedeutung für die Gesundheit.

Hier Podcast Folge anhören

Angehörige zur Früherkennung motivieren 

Viele Menschen scheuen die Früherkennung, weil sie Angst vor dem Ergebnis haben oder das Thema Krebs am liebsten verdrängen. Diese Dinge kannst du deinen Angehörigen sagen, um sie zur Früherkennung zu motivieren: 

  • Früherkennung ist für die Gesunden: Wer wartet, bis Symptome auftreten, nimmt sich die Chance auf eine einfache und schonende Behandlung.
  • Früherkennung kann Sicherheit zurückgeben: Wer regelmässig zur Untersuchung geht, kann Gewissheit gewinnen, statt sich über mögliche Risiken Sorgen zu machen.
  • Früherkennung ist sicher: Moderne Untersuchungen wie die Mammografie sind heute sehr sicher, und ihr Nutzen überwiegt mögliche Risiken deutlich.
  • Früherkennung kann Leben retten: Ein frühe Diagnose erhöht die Chancen auf Heilung.

Dr. Julia Schwarz, Spezialistin Früherkennung, Krebsliga Schweiz

 

Krebs früher erkennen Hautkrebs früh behandeln

FAQ - Typische Fragen und Sorgen

Wohin kann ich mich für die Früherkennung wenden?
Je nach Krebsart kannst du dich an deine Hausärztin oder deinen Hausarzt, deine Gynäkologin, Urologin oder Hautärztin wenden. Für Programme wie Brust- oder Darmkrebs-Früherkennung gibt es kantonale Anlaufstellen.

Was passiert beim Check konkret?
Das hängt von der Krebsart ab: Blutabnahme (PSA), Abstrich (Pap-Test), bildgebende Untersuchung (Mammografie, CT), Darmspiegelung oder Hautkontrolle. Die Fachperson erklärt jeden Schritt und begleitet dich.

Tut das weh? Ist das unangenehm?
Die meisten Tests sind nur kurz unangenehm, z. B. der Druck bei einer Mammografie oder ein kleiner Stich bei einer Blutabnahme. Viele Untersuchungen, wie die Haut- oder Pap-Kontrolle, sind schmerzfrei.

Was passiert, wenn etwas gefunden wird?
Wenn Veränderungen entdeckt werden, klären Fachpersonen, ob weitere Untersuchungen nötig sind oder ob es ein harmloser Befund ist. Bei Krebsverdacht können frühzeitige Behandlungen deutlich bessere Heilungschancen bringen.

Zahlt das die Krankenkasse?
Das hängt von der Untersuchung und deinem Kanton ab. Die kantonalen Früherkennungs-Programme für Brust- und Darmkrebs sind abgedeckt und sogar franchisenbefreit. Für andere Checks (z. B. Haut- oder Lungenkrebs) kann eine Kostenbeteiligung bestehen. Deine Ärztin oder dein Arzt kann dich dazu beraten.

Brauche ich eine Überweisung?
Ob es eine Überweisung braucht, beispielsweise für eine Darmspiegelung oder eine Blutabnahme, hängt von deinem Versicherungsmodell ab. In Kantonen mit Programm erhältst du automatisch eine Einladung zur Brust- oder Darmkrebsfrüherkennung, sobald du 50 wirst.

Wie oft sollte ich die Untersuchung machen?
Die Frequenz hängt von der Krebsart, deinem Alter und deinem Risiko ab. Fachpersonen helfen dir, einen persönlichen Rhythmus zu finden.

 

Lungenkrebs früh erkennen und besser behandeln

Früher erkennen. Besser leben.

«Früherkennung von Krebs ist entscheidend. Wird ein Krebs sehr früh entdeckt, ist er oft noch leicht behandelbar und in manchen Fällen sogar heilbar, bestenfalls ohne belastende Therapien. In diesem frühen Stadium ist ein Tumor normalerweise auf ein einziges Organ begrenzt, sodass meist eine einfache Operation genügt. Wird Krebs hingegen erst spät erkannt, kann er bereits Metastasen gebildet haben. Dann wird die Behandlung deutlich schwieriger, länger und belastender – und die Heilungschancen sinken.»

PD Dr. med. Alexander Reinhard Siebenhüner, Facharzt für Allgemeine Innere Medizin und Medizinische Onkologie, Chairman Medizinische Onkologie im Tumorzentrum der Klinik Hirslanden Zürich

Darum: Jede früh erkannte Veränderung bedeutet eine Chance auf eine einfache Behandlung und ein gesundes, unbeschwertes Leben.

Brustkrebs früh erkennen und besser behandeln


Datum: 05.03.2026