Krebs Tipps Betroffene
Für alle
Erfahrungsbericht

Was ich gerne von Anfang an gewusst hätte

Diagnose, Therapie, Alltag mit Krebs: Vieles lernt man erst unterwegs. Menschen aus unserer Community, die diesen Weg bereits gegangen sind, teilen hier, welche Dinge sie gerne schon früher gewusst hätten. Von praktischen Tipps bis zu persönlichen Erkenntnissen: Für alle, die gerade am Anfang stehen.

Katharina: Du bist nicht schwach, wenn du um Hilfe bittest. Du bist stark, wenn du sie annehmen kannst.

Wenn du um Hilfe bittest, ist das keine Last für dein Umfeld. Im Gegenteil, du tust ihnen damit einen Gefallen. So können sie etwas für dich tun und können der eigenen Hilflosigkeit entfliehen. Hilfe annehmen ist jedoch ein Prozess, der nicht vom Tag der Diagnose an klappt. Vor allem, wenn wir das nicht gewohnt sind. Doch wir können es lernen und erkennen, wieviel Bereicherung für alle darin steckt.

 

Stefan: Ein Tagebuch führen und nicht vergessen, auch die schönen Momente darin aufzuführen!

Ein für mich wichtiges Thema ist die Frage «Was kann ich aus meiner Situation lernen, wie kann ich daran wachsen?» Dabei hilft mir mein Tagebuch. Ich habe mittlerweile schon sehr viel über Ernährung, meinen Körper und meine Psyche gelernt. Diese Dinge notiere ich im Tagebuch. Wenn ich darin blättere, sehe ich all die positiven Dinge, die trotz meiner Erkrankung entstanden sind.

 

Christiane: Eine positive Haltung gegenüber Veränderungen entwickeln.

Sowohl physisch als auch psychisch unterteilt sich mein Leben in ein Vor und Nach dem Krebs. Während der Rekonvaleszenz habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht, als dass ich mein altes Leben zurückbekomme. Heute ist es gut, wie es ist: Veränderungen sind nicht grundsätzlich negativ, sondern die neue Ausgangslage für die geschenkten Jahre.

 

Céline: Inspiration und Hoffnung auf Instagram suchen.

Ich habe nach meiner Diagnose aktiv nach Kontakt und Austausch im Internet gesucht. Dabei bin ich zuerst auf Facebook-Gruppen gestossen, welche für mich nicht gepasst haben. Erst auf Instagram habe ich inspirierende, kraftspendende Menschen gefunden. Mit einer Person habe ich sogar einen Podcast gestartet!

Krebs Tipps von Betroffenen

Katharina: Jemanden zu den Arztgesprächen mitnehmen. Vier Ohren hören mehr als zwei.

Du bist nicht allein. Und du bist auch nicht allein betroffen. Deine Nächsten sind es auch. Es ist entlastend, jemanden an der Seite zu haben, der mithört. So haben auch die Angehörigen die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Auch solche, die für dich vielleicht unangenehm sind. Diese gemeinsamen Arztbesuche sind verbindend.

 

Steffi: Deinen Weg gehen und dir von niemandem reinreden lassen.

Jede und jeder geht seinen eigenen Weg durch die Krankheit und der muss nicht dem der anderen entsprechen. Ich habe gelernt, gut gemeinte Ratschläge zu sortieren und meinen eigenen Rhythmus zu finden. Die kleinen Glücksmomente feiere ich bewusst, ich nehme das Leben Tag für Tag.

 

Jacqueline: So oft wie möglich in die Natur gehen und sich nicht verstecken.

Nach der Diagnose und den anschliessenden Therapien hat mir die Natur sehr gutgetan. Der Wald hinter unserem Haus mit all dem Grün, den Gerüchen, der frischen Luft und den Geräuschen hat mich massgeblich wieder aufgebaut. Am Anfang reichte die Energie oft nur für 5 Minuten, später dann immer länger. Auch damit, auf meine Krankheit angesprochen zu werden, tat ich mich anfangs schwer – ich war selbst noch sehr damit belastet. Irgendwann war es dann egal, denn was mir die Natur zurückgegeben hat, überwiegte. Heute beantworte ich Fragen gerne.

 

Stefanie: Alles, was entlastet, annehmen.

Eine Krebsdiagnose und alles, was damit einhergeht, ist schon Belastung genug. Darum unbedingt Möglichkeiten zur Entlastung wahrnehmen, auch für die Angehörigen. Die Spitex für Haushaltshilfe und weiteres anfragen, Angebote für Fahrdienste oder Einkäufe beim Umfeld erfragen, den Friseur informieren, damit er Haare im Blick behält, das psychoonkologische Angebot nutzen, bei Fatigue eine spezialisierte Reha besuchen – alles, was hilft, hilft. Ausserdem: Wenn möglich zwei Stunden pro Woche fest einplanen für medizinische Admin-Sachen.

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Datum: 05.10.2026