Ein fast normales Leben mit CLL – Ernsts Geschichte
Mit knapp 69 Jahren erhält Ernst die Diagnose CLL – chronische lymphatische Leukämie. Er musste damit rechnen, denn das Vorstadium war seit rund drei Jahren bekannt. Doch wenn sich der schlummernde Zustand plötzlich in eine akute Krankheit wandelt, gibt es ein unsanftes Erwachen.
Ernsts Geschichte
Ernst ist Anwalt. In seiner Anwaltspraxis, die er seit Jahrzehnten führt, arbeitet er auch mit knapp 70 Jahren noch immer fast täglich. Der Ruhestand lockt ihn nicht. Er hat sich sein Leben lang praktisch keine Hobbys zugelegt, weil die Arbeit seine Leidenschaft ist. «Als Anwalt helfe ich Menschen und Unternehmen, den Weg durch das Gestrüpp der modernen Rechtswelt zu finden. Das fasziniert mich nach all den Jahren noch genauso wie am ersten Tag.»
Eine Krankheit, die schon lange in der Familie war
Dass Blutkrebs in seinem Leben auftreten könnte, war für Ernst nicht völlig überraschend. Seine Schwester hat seit 2018 ein Vorstadium einer CLL, sie braucht jedoch bis heute keine Behandlung. Seine Grossmutter hatte dieselbe Erkrankung und wurde damit 93 Jahre alt. «Daher war das Bild dieser Diagnose für mich nicht übermässig belastend», sagt Ernst.
«Ich hatte aus der Familie den Eindruck: Ja, damit kann man leben.»
Erst ein Vorstadium – dann die Behandlung
Ernsts Geschichte mit der CLL beginnt vor drei Jahren: Bei einem routinemässigen Bluttest wegen seines erhöhten Cholesterins fällt seiner Hausärztin eine Ansammlung von veränderten B-Lymphozyten auf, welche sich aber noch auf tiefem Niveau befindet. Man beschliesst, alle sechs Monate zu kontrollieren.
Im April des vergangenen Jahres bemerkt Ernst eine ausgeprägte Schwellung in der linken und, weniger stark, auch in der rechten Achselhöhle. Er meldet sich bei seiner behandelnden Ärztin. Der Bluttest zeigt: Die Lymphozyten-Population hat sich innerhalb von vier Monaten verdoppelt. «Jetzt sprechen wir nicht mehr von einem Vorstadium», erklärt ihm die Ärztin. «Jetzt ist das Stadium der eigentlichen CLL-Erkrankung eingetreten.»
Rund zwei Monate später startet die Behandlung: eine Kombination aus einer Antikörper- und einer zielgerichteten Therapie. «Die Ärztin hat mich beruhigt und gesagt, sie habe mit dieser Behandlung sehr gute Erfahrungen gemacht», erinnert sich Ernst. «Wenn es so rauskommt, wie man am positiven Ende erwarten kann, dann habe ich nach dieser einjährigen Behandlung voraussichtlich für viele Jahre wieder Ruhe.»
Ernst ist leidenschaftlicher Anwalt und geht seiner Berufung auch heute noch nach.
Fast keine Nebenwirkungen
Begleitet werden die Therapien am Anfang von einer stabilisierenden Medikation und genau die macht Ernst zu schaffen. In den ersten Wochen bekommt er regelmässig zwei bis drei Tage lang Schluckauf. «Das war sehr mühsam», sagt er. «Auch nachts hat der «Hitzgi» mich geplagt.»
Er bleibt an diesen Tagen jeweils zu Hause, jedoch selten mehr als zwei Tage, dann war er wieder im Büro zu finden. Seine Ärztin hatte ihn vorsorglich für einen Monat krankgeschrieben. «Aber das habe ich einfach nicht gebraucht.»
Als die begleitende Medikation gegen Ende reduziert werden kann, weil sich herausstellte, dass sie bei Ernst gar nicht nötig war, verschwinden auch die Nebenwirkungen. Seither geht es Ernst sehr gut. Er hat keine Fatigue und die Therapie hat keinen negativen Einfluss auf das Blutbild. Ernst verträgt sogar die volle Dosis, was keineswegs selbstverständlich ist.
«Ich würde nicht unbedingt empfehlen, dass man unüberlegt alle über den Krebs informiert. Man sollte ausgewählt kommunizieren.»
Was man nicht berechnet: die Reaktion der anderen
Ernst ist von Natur aus offen, kommunikativ, und so hat er auch seine Erkrankung nicht verborgen – weder vor seiner Familie, seinem Team in der Kanzlei noch vor Freunden und Freundinnen. Was er nicht vorausgesehen hatte: Für manche verändert das Wort «Krebs» die Wahrnehmung. «Die Leute schreiben einen irgendwie schon ab», sagt Ernst. «Wenn man irgendwann mal sagt, ich fühle mich nicht gut, ich habe eine Grippe, dann kommt bei den Leuten schnell der Gedanke: Jetzt wird es offensichtlich ernsthafter mit der Krebserkrankung.»
Heute würde er das anders handhaben. «Ich würde nicht unbedingt empfehlen, dass man unüberlegt alle über den Krebs informiert. Man sollte ausgewählt kommunizieren, Grenzen ziehen und korrigieren, wenn jemand die Situation falsch einschätzt.» Denn die Diagnose hat eine stigmatisierende Wirkung, die er so nicht bedacht hatte.
«Informiert sein – ja. Aber auch loslassen können. Das Leben geniessen.»
Recherchieren, aber mit Vorsicht
Als Anwalt ist es Ernst gewohnt, Fakten zu analysieren und das hat er auch bei der CLL gemacht. «Ich habe versucht, so viele Informationen wie möglich zu bekommen.» Gleichzeitig hat er gelernt: Nicht alles, was man findet, ist verlässlich. «Die erste Informationsquelle bleibt meine behandelnde Ärztin.» Mit ihr bespricht er, was er recherchiert hat, und das Bild korrigiert sich dann häufig.
Insgesamt hat er eher beruhigende Informationen gesammelt. Dabei erinnert er sich an eine Erfahrung mit seinem Tinnitus. Der Ohrenarzt hatte ihm damals empfohlen, den Tinnitus einfach zu vergessen. Zuerst war er darüber schockiert, dann aber überzeugt. «Ich probierte das, und es klappt. Und jetzt, wo ich davon rede, spüre ich ihn wieder.»
Es ist ein psychologischer Mechanismus, der auch bei der CLL hilft. «Man sollte die Erkrankung verstehen, damit sie nicht allzu bestimmend wird», sagt Ernst. Informiert sein – ja. Aber auch loslassen können. Das Leben geniessen. Sich positiv einstellen.
Dankbarkeit für die moderne Medizin
Im Sommer, nach etwa einem Jahr Behandlung, wird die Kombinationstherapie voraussichtlich abgeschlossen. Danach folgen regelmässige Blutkontrollen, in der begründeten Hoffnung, dass der Krebs zwar nie ganz verschwindet, aber auf einem so tiefen Niveau bleibt, dass er keine Beschwerden macht und keine Behandlung erfordert.
Das würde für Ernst viele Jahre Ruhe bedeuten. «Das sind eigentlich schöne Aussichten», findet Ernst. Was er noch hinzufügt, und das kommt von Herzen: «Die moderne Medizin hat mir diese Aussichten ermöglicht, die Forschung, die Medikamente, die Therapien, die es vor zwanzig Jahren schlicht noch nicht gab. Dafür bin ich sehr dankbar», erklärt Ernst abschliessend.
Datum: 23.04.2026
Das Ziel von AstraZeneca ist es, Krebs als Todesursache zu eliminieren. Deswegen konzentrieren wir uns auf die Forschung und Entwicklung von Medikamenten der nächsten Generation, welche das Potenzial haben, die Krebsbehandlung neu zu definieren. Wir wollen noch mehr Krebsbetroffenen Hoffnung auf eine bessere Behandlung mit Hilfe neuer Wirkstoffe geben.