Covid-19 & Krebs
Wissen

Neuer Alltag, gleicher Krebs

COVID-19 hat in den vergangenen Monaten unser Denken rund um die Gesundheit beherrscht. Der Krebsvorsorge- und Behandlung wurden deutlich weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Befürchtet werden nun dramatische Folgen.

Krebs  hält  keinen  Abstand

Die Zahlen lassen aufhorchen: Während der Zeit des Lockdowns sanken die Krebsneudiagnosen bei sechs Krebsarten (Brust-, Darm-, Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Magen- und Speiseröhrenkrebs) um rund 46 Prozent. Ebenso wird angenommen, dass auf das gesamte Jahr 2020 bezogen, die Krebsneudiagnosen zurückgegangen sind. Was auf den ersten Blick nach einer positiven Nachricht klingt, hat leider einen fahlen Beigeschmack.

Doris erhielt während der Covid-19 Pandemie die Diagnose Krebs. Uns erzählt sie ihre Geschichte.

Doris und Katze Lisa

Zum Artikel

Denn, tatsächlich sind nicht weniger Menschen an Krebs erkrankt, vielmehr wurde der Krebs erst später diagnostiziert. Plakativ gesagt: Viele Menschen, die Beschwerden oder einen Vorsorgetermin hatten, sind aus Angst vor COVID-19 nicht zum Arzt gegangen. Ebenso wurden im Zuge des Corona-Lockdowns viele nicht dringliche Operationen und Behandlungen verschoben. Schätzungen gehen von weltweit rund 28 Millionen chirurgischen Eingriffen aus. Die Folgen könnten schwerwiegend sein: Schon einen Monat Verzögerung in der Krebstherapie steht im Verdacht, das Sterberisiko um 3 bis 13 Prozent zu erhöhen.

 

Diagnosezeitpunkt ist entscheidend

In der Schweiz erkranken jährlich rund 41 700 Menschen neu an Krebs - Tendenz zunehmend. Beim Mann machen Prostata-, Lungen- und Dickdarmkrebs 53 Prozent der jährlichen Neuerkrankungen aus, bei der Frau entfallen 51 Prozent auf Brust-, Lungen- und Dickdarmkrebs. Die gute Nachricht: Die Sterblichkeit ist bei den meisten Krebsarten rückläufig und ein Grossteil der Erkrankungen können heute geheilt oder in einen chronischen Zustand gebracht werden. Im europäischen Vergleich weist die Schweiz durchschnittliche Erkrankungsraten und tiefe Sterberaten auf.

Dabei werden die Überlebenschancen nicht nur von der Krebsart, sondern auch vom Zugang zu medizinischen Abklärungen, Früherkennung und Behandlung beeinflusst. Womit wir wieder beim Thema wären. Angenommen wird nun, dass aufgrund von COVID-19 viele Krebsfälle erst in einem späten Stadium diagnostiziert werden und damit weniger gut behandelbar sind. Denn, bei vielen Krebsarten entscheidet letztlich der Diagnosezeitpunkt darüber, wie erfolgreich eine Therapie ist. Befürchtet wird deshalb eine Welle an Krebstodesfällen aufgrund versäumter Vorsorgeuntersuchungen, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen könnte.

 

Vorsorge wahrnehmen!

Umso wichtiger ist es deshalb, dass wir der Krebsvorsorge wieder mehr Aufmerksamkeit schenken. Dass wir sensibilisieren, aufklären, daran erinnern - im Freundeskreis, in der Familie, bei Bekannten und in der Öffentlichkeit. Denn es gibt absolut keinen Grund, den Gang zum Arzt hinauszuzögern, sind doch die Sicherheitsvorkehrungen bezüglich COVID-19 besser denn je. In dem Sinne: Geben wir acht auf unsere Gesundheit, nehmen unsere Vorsorgeuntersuchungen wahr und unterbrochene Behandlungen wieder auf!

Initiative unterstützt durch AstraZeneca. ©AstraZeneca 2020. CH-3576_01/ 2021

Auch Peter erhielt seine Krebsdiagnose während der Pandemie. Hier geht es zu seiner Story.

Autorin: Anna Birkenmeier