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Für alle
Wissen

Was man zu jeman­dem mit Krebs sagen kön­nte (und was be­sser nicht)

Welches sind die richtigen Worte bei einer Krebsdiagnose? Welche Stolperfallen gilt es zu vermeiden? Wir machen euch ein paar Vorschläge dazu, was man sagen kann, wenn man eben nicht weiss, wie man sich ausdrücken soll.

Eine Krebsdiagnose ist ein Schock für alle Beteilig­ten. Nicht nur das Leben der Patienten wird auf den Kopf gestellt, sondern auch jenes der Familie und der engen Freunde. Man möchte der be­troffenen Person beistehen und Mitgefühl zeigen. Gleichzeitig ist man aber verunsichert, wie man reagieren sollte. Man möchte nicht zu aufdringlich sein oder etwas Falsches sagen. Hier ein paar Vorschläge, wie man mit einem Krebsbetroffenen kommunizieren könnte.

 

Was  man  besser  nicht  sagen  sollte:

Fehlende Empathie

Mit Plattitüden und Floskeln ist nieman­dem gedient. Offensichtliche, aber nach der Krebsdiagnose völlig unwichtige Tat­sachen, braucht niemand zu hören.


«Wir müssen schliesslich alle mal sterben.»

«Vergiss nicht, es gibt immer jeman­den, dem es schlechter geht als dir.»

«Mit deinem Krebs hast du ja noch Glück gehabt, es hätte auch eine viel  schlimmere Krebsart sein können.»


Blinder Optimismus

Natürlich steckt eine gute Absicht hinter diesen Aussagen. In vielen Fällen wird so aber die Situation und Krankheit herun­tergespielt. Krebspatientinnen kennen die Details und Konsequenzen ihrer Diagnose. Blinder Optimismus ist nicht angebracht.

«Also, WENN jemand den Krebs besiegen kann, dann DU!»

«Ich bin mir sicher, dass alles wieder gut wird.»

«Kein Problem, das überstehst du schon.»


Ungefragt Rat anbieten

Ratschläge zu einem Thema zu erteilen, mit dem man selbst keine direkte Erfah­rung gemacht hat, ist sehr unsensibel. Ratschläge sollten den Ärzten vorbehal­ten bleiben.

«Hast du schon … probiert?»


Sagen, dass man verstehst, was die Person durchmacht

Solange man nicht selbst eine Krebser­krankung durchgemacht hat, wird man nie verstehen, wie sich die betroffene Per­son fühlt. Deshalb sollte man auch dar­auf verzichten, dies zu kommentieren.

«Ich weiss, was du gerade durchmachst.»

«Ich kann wirklich verstehen, wie du dich gerade fühlst»

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Was  man  stattdessen  sagen  könnte :

Die eigene Betroffenheit bekunden

Lasst die betroffene Person wissen, dass ihr an sie denkt und für sie da seid. Es ist auch in Ordnung zuzugeben, dass man nicht weiss, was man sagen soll.

 «Es tut mir leid, was dir widerfahren ist. Ich denke an dich.»

«Ich bin mir nicht sicher, was ich sagen soll. Ich will aber, dass du weisst, dass ich für dich da bin.»

«Tut mir von ganzem Herzen leid, dass du das gerade durchmachen musst.»


Emotionalen Beistand anbieten

Bietet der betroffenen Person eure emo­tionale Unterstützung an. Eventuell wird sie euer Angebot annehmen. Vielleicht will sie aber auch lieber allein sein. Bei­des sollte man respektieren.

 «Bitte lass es mich wissen, wenn ich dir irgendwie helfen kann.»

«Wenn du reden möchtest, ich bin für dich da.»

«Möchtest du allein sein oder darf ich dich kontaktieren?»

«Darf ich dich umarmen?»


Praktische Hilfe anbieten

Oft sind Krebs-Betroffene froh um prak­tische Hilfe. Denn auch kleine Arbeiten können Erkrankte überfordern. Vielen fällt es jedoch schwer, Hilfe in Anspruch zu nehmen, weil sie niemandem zur Last fallen möchten. Dem kann man entge­gensteuern, indem man betont, dass es ohnehin «im Gleichen» geht.

«Ich bin sowieso immer in der Nähe, wenn deine Kinder von der Schule kommen. Daher könnte ich sie auf dem Heimweg problemlos mitnehmen.»

«Ich gehe gleich einkaufen. Kann ich dir etwas mitbringen?»

«Ich habe hier etwas für dich, das dir gefallen könnte.»


Ausserdem sprechen Krebserkrankte auch gerne mal über etwas anderes. Das können beispielsweise Film-, Serien- und Musiktipps sein. Etwa für die Tage, an denen es der betroffenen Person phy­sisch nicht so gut geht.

Journalistin: Nadine Gantner