Alfreds Geschichte mit dem Hautkrebs
Hautkrebs
Betroffenenbericht

Tückisches Platten­epithel­karzinom der Haut

Der 77-jährige Alfred * ist von einer besonders aggressiven Form des Plattenepithelkarzinoms der Haut betroffen. Beinahe hätte er dadurch sein Augenlicht verloren.

Alfreds  Geschichte

«Zum Glück bin ich im Kantonsspital St. Gallen und insbesondere durch den erstbehandelnden Arzt, Prof. Dr. Flatz und anschliessend bei Dr. Wagner in so guten Händen», betont Alfred gleich zu Beginn unseres Gesprächs. Ihnen hat es der leidenschaftliche Grossvater von drei Enkelkindern zu verdanken, dass er ‹vier vor zwölf›, wie er sagt, gerettet wurde. Jahrelang wurde er wegen seines weissen Hautkrebses auf der Stirn von seinem Dermatologen mit einer sogenannten Photodynamischen Therapie (PDT) behandelt. «Mal wurde es etwas besser, dann kam es wieder stärker zurück», erinnert er sich. Gedanken darüber hat er sich kei­ne gemacht, schliesslich ging es ihm körperlich ja gut.

Erst als er im Frühling 2019 ein zunehmendes Taubheitsgefühl in der rechten Gesichtshälfte verspürte und seine Sehkraft immer schlechter wurde, kontaktierte er seinen Hausarzt. «Ich wurde zum Neurologen überwiesen, dieser stellte fest, dass auf der rechten Seite kein Nervenfluss messbar war. An einen Zusammenhang mit dem Hautkrebs dachte damals noch niemand», erinnert sich Alfred. Vielmehr wurde eine neurologische Erkrankung vermutet. Was folgte waren zwei MRIs, beide jedoch unauffällig. Um den rätselhaften Symptomen auf die Spur zu kommen, wurde er zu weiteren Untersuchungen ins Kantonsspital St. Gallen überwiesen. Endlich wurde der Zusammenhang zum weissen Hautkrebs hergestellt und entsprechende Untersuchungen eingeleitet.

Die Diagnose Plattenepithelkarzinom war für Alfred ein Schock.

Die Diagnose war für den damals 76­Jährigen ein Schock: der vermeintlich harmlose weisse Hautkrebs entpuppte sich als besonders aggressives Plattenepithelkarzinom, das sich ungehindert nach Innen ausbreitete und den Hauptnerv der rechten Gesichtshälfte abdrückte. Und auch der Sehnerv war beschädigt, deshalb litt Alfred unter einem Verlust der Sehkraft. «Die Ärzte gingen sehr offen mit mir um und sagten, dass es jetzt vor allem darum gehe, den Krebs zu bekämpfen und nur sekundär darum, die Sehkraft wiederherzustellen.» Eine Offenheit und eine Ehrlichkeit, die Alfred bis heute ausgesprochen schätzt. «Dr. Wagner und die anderen Ärzt*innen sprechen auf Augenhöhe mit mir und nehmen mich, meine Anliegen und auch Bedenken ernst. Das schafft eine wertvolle Vertrauensbasis», sagt Alfred.

«Dr. Wagner und die anderen Ärzt*innen sprechen auf Augenhöhe mit mir und nehmen mich, meine Anliegen und auch Bedenken ernst. Das schafft eine wertvolle Vertrauensbasis.»

Alfred

Weitere Untersuchungen zeigen, dass der Krebs glücklicherweise nicht gestreut hat, jedoch inoperabel ist. Die Behandlungsoptionen sind denn auch begrenzt. Ihm wird eine neuartige Therapie vorgeschlagen, welche grosse Hoffnung für den Rentner birgt. Und tatsächlich kann Alfred im Rahmen einer klinischen Studie von der neuen Therapie profitieren. «Ich habe die Behandlung von Anfang an sehr gut vertragen und kaum Nebenwirkungen gehabt. Bis heute werde ich damit therapiert», berichtet er. Die Therapie ist inzwischen in der Schweiz zugelassen. Alle drei Wochen geht Alfred dafür ins Spital und lässt sich die Therapie intravenös verabreichen. «Danach bin ich jeweils etwas müde und erschöpft, aber das legt sich schnell wieder. Wenn ich mal jammere, jammere ich auf sehr hohem Niveau», betont er. Das Wichtigste: die Therapie zeigt Wirkung und der Krebs hat sich inzwischen deutlich zurückgebildet. Was die Sehkraft betrifft, so gebe er die Hoffnung nicht auf, auch dank seinem guten Augenarzt, welcher ihn sehr gut mitbetreut. Wie lange er die Behandlung fortführen muss, ist hingegen ungewiss.

Unterstützung und Rückhalt findet Alfred bei seiner Frau, seinen Kindern und Enkelkindern. «Wenn ich zwischendurch ein Tief habe, sind sie da, klopfen mir auf die Schulter und muntern mich auf. Das hilft», so Alfred.

*Auf Wunsch des Patienten wird sein Name nicht genannt. Dieser ist der Redaktion bekannt.
Journalistin: Anna Birkenmeier